Singles Day

Milliardenumsätze an einem Tag

Am Singles Day bricht in China jedes Jahr der Shopping-Wahnsinn aus. An einem einzigen Tag locken Händler Millionen von Kunden mit Online-Schnäppchen und setzen dabei immer neue Rekordsummen um. Die damit einhergehende Bestellflut ist ein Kraftakt für die Logistik und das Fulfillment, den Arvato Supply Chain Solutions China mit guter Planung erfolgreich stemmt.

Am 11. November wird in China seit Jahren das größte Onlineshopping-Event des Landes zelebriert, das in den vergangenen zehn Jahren zu einem der umsatzstärksten Tage im E-Commerce geworden ist: Der Singles Day – auch Double 11 genannt – ist eigentlich ein  „Anti-Valentinstag“ für Alleinstehende, weil das Datum nur aus Einsen besteht – in China das Symbol für Singles. Als Shopping-Tag hat ihn der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba populär gemacht, der den Tag 1993 erstmals mit satten Preisnachlässen feierte. Die Idee dahinter: Alleinstehende müssen keine Familie und können sich ruhig mal etwas gönnen. Ein Konzept, das voll aufgegangen ist. Laut Angaben von Statista wurden 2018 allein über Alibaba am Singles Day 27,2 Milliarden Euro umgesetzt, was einem Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Während des 24-stündigen Shopping-Marathons wurden die Produkte von rund 180.000 Marken wie Nike, Adidas oder Apple zu Sonderkonditionen angeboten, die bereits in den ersten 30 Minuten Waren im Wert von über 12 Millionen Euro verkauften. Kein Wunder, denn chinesische Verbraucher gelten als besonders preissensitiv. Nicht nur, dass Verkaufspreise auf Social Media-Plattformen geteilt werden. Ein besonders günstiger Kaufpreis wird als Erfolg gefeiert.

Raoul Kütemeier - Head of Asia bei Arvato Supply Chain Solutions

Zehnfaches Bestellvolumen an einem Tag

Dies führt dazu, dass viele Kunden in China auf den 11. November warten und geplante Großeinkäufe bis dahin aufschieben. Ist der Startschuss dann endlich gefallen, greifen die Käufer bei tausenden Angeboten zu, die vom Smartphone über Möbel und Kleidung bis hin zu Kosmetikprodukten reichen. Die kurzfristig stark ansteigenden Versandmengen sind eine große Herausforderungen für das Fulfillment und die Logistik. „Am Singles Day steigt das Bestellvolumen bei unseren Kunden fast um das Zehnfache“, sagt Raoul Kütemeier, Head of Asia bei Arvato Supply Chain Solutions.

„Im Normalbetrieb bearbeiten wir rund 8.000 Bestellungen am Tag, am 11. November ist absoluter Peak – da sind es mittlerweile um die 60.000.“ Dies liegt nicht allein daran, dass die Konsumenten ihre Bestellungen bis zum Singles Day zurückhalten. „Unsere Kunden schalten ihre Sonderangebote nicht nur auf der E-Commerce-Plattform Tmall, sondern binden fast alle Vertriebskanäle ein.“

Allerdings werden in China die größten Volumen über Plattformen abgewickelt und nicht über einzelne Websites. Dies ist auf die gebotene Preistransparenz zurückzuführen, die den chinesischen Konsumenten besonders wichtig ist. Damit Online-Händler in diesem Umfeld bestmögliche Ertragssteigerungen erzielen, gibt es spezielle Marketingunternehmen, die sich auf Handels-Plattformen spezialisiert haben.

Die wichtigsten Zahlen zum Singles Day 2019

  • Insgesamt wurden nach Angaben von Alibaba Waren im Wert von 38,3 Milliarden Dollar auf den Alibaba-Plattformen verkauft (+ 24% im Vergleich zu den 30,8 Milliarden Dollar 2018).
  • Für die erste Milliarde brauchte es 68 Sekunden.
  • In der ersten Stunde wurde ein Umsatz von rund 12 Milliarden US Dollar erzielt.
  • Die Gesamtzahl der Bestellungen von 2018 war 2019 nach 18 Stunden 31 Minuten erreicht.
  • Ungefähr 500 Millionen Online-Bestellungen gingen in den 24 Stunden ein.

Gute Vorbereitung ist das A&O

Die Kunden von Arvato Supply Chain Solutions in China kommen überwiegend aus den Branchen Hightech & Entertainment sowie Consumer Products – darunter international führende Unternehmen wie z. B. das schwedische Kosmetikunternehmen Oriflame. Für diese Kunden erbringen rund 300 Mitarbeitern in verschiedenen Distributionszentren umfangreiche Logistik- und Fulfillmentleistungen, die von der kompletten Lagerhaltung und Transport über die Abwicklung von Im- und Export bis hin zu Value-added Services reichen, da Geschenkverpackungen oder besonders verpackte Aktionspakete im E-Commerce an der Tagesordnung sind. Saisonale Peaks wie der Singles Day werden gründlich vorbereitet, um die vollen Zufriedenheit der Kunden zu gewährleisten. „Solche Events planen wir bereits Wochen im Vorfeld gemeinsam mit unseren Kunden: Wir berechnen die Kapazitäten, mieten bei Bedarf kurzfristig Extra-Flächen an und lernen durchschnittlich 100 Zeitarbeiter an, um die Volumen so schnell wie möglich abarbeiten zu können“, erklärt Raoul Kütemeier. „Darüber hinaus versuchen wir, operativ möglichst viel vorzuproduzieren – beispielsweise werden Produktbündel bereits im Vorfeld geschnürt.“

Maximale Lieferzeit beträgt drei Tage

Da der Singles Day in diesem Ausmaß noch fast ausschließlich in China zelebriert wird, ist an diesem Shopping-Aktionstag kein internationaler Transport erforderlich, obwohl Arvato Supply Chain Solutions prinzipiell aus Asien heraus die ganze Welt beliefert. Insgesamt dauert es von der Bestellung bis zur Auslieferung je nach Region und avisiertem Liefertermin maximal drei Tage. In Großstädten werden die Konsumenten sogar grundsätzlich am nächsten Tag beliefert. Ein Service, der sich mit den exzellenten Paketdienstleistern in Asien ohne weiteres umsetzen lässt. „Hier ist es bereits seit einigen Jahren Usus, dass der Konsument angerufen wird, bevor sein Paket zugestellt wird – mittlerweile wird er sogar via Chat oder SMS informiert“, sagt Raoul Kütemeier.

Plattformen sind auf dem Vormarsch

Der Singles Day ist nicht nur für einheimische Händler, sondern auch für Online-Verkäufer aus dem Westen extrem wichtig. Nicht nur, dass ein Großteil des Umsatzes am 11. November generiert wird – der Shopping-Aktionstag ist zudem eine wichtige Chance, um die eigene Marke zu positionieren. Westliche Online-Händler können ihre Produkte auf der speziellen Plattform Tmall Global anbieten, ohne eine eigene Präsenz in China zu haben – allerdings partizipieren sie dort nicht so stark von den Rekordumsätzen, da die Rabatte in der Regel geringer ausfallen als auf Tmall. „Analog zu China haben sich auch in den USA Online-Plattformen und Shopping-Tage wie der Black Friday in der Einkaufskultur etabliert“, erläutert Raoul Kütemeier. Auch hier ist im Vorfeld ein deutlicher Volumenrückgang spürbar, da die Kunden warten, bis die Schnäppchen-Jagd beginnt. „Ich denke, dass die Plattformen mit ihren Aktionstagen künftig auch in Europa an Bedeutung gewinnen. Allerdings wird es schwer, den Singles Day zu toppen – hier wird aktuell ein größerer Umsatz erwirtschaftet als am Black Friday und Cyber Monday zusammen.“.

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