Industry Peaks

Release Management in der Peak Season

Der Geschäftsbereich „European SCM Services“ von Arvato Supply Chain Solutions steuert die physikalische Supply Chain für weltweit führende Unternehmen aus der Musik- und Entertainment-Industrie. Da Medienprodukte als Weihnachtsgeschenk sehr beliebt sind, beginnt für den 4PL (Fourth Party Logistics)-Dienstleister im letzten Quartal des Jahres eine besonders arbeitsintensive Zeit. 

Heiner Kleinekathöfer, Geschäftsführer European Services - Arvato Supply Chain Solutions

Laut Bundesverband der Musikindustrie (BVMI) wurde 2017 mit dem Verkauf von CDs, Schallplatten, DVDs und kostenpflichtigem Audiostreaming in Deutschland ein Gesamtumsatz von knapp 1,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das Ergebnis lag zwar 0,3 Prozent unter dem Vorjahr, zeigt aber nach zuvor vier Wachstumsjahren in Folge eine insgesamt sehr stabile Entwicklung in einer Industrie, die immer stärker durch die Digitalisierung verändert wird. Trotzdem wird fast jeder zweite Euro immer noch mit CDs, Vinyl oder DVDs erwirtschaftet.

Das bedeutet Hochbetrieb für den Geschäftsbereich European Services, der für den Musik-Major Sony Music seit vielen Jahren von Gütersloh aus die physikalische Supply Chain in Europa und darüber hinaus steuert. European Services kümmert sich dabei mit 60 seiner 80 Mitarbeiter um Veröffentlichungen von der Planungsphase über die Herstellung und Distribution bis zum Verkauf im Handel. In der Herstellung werden CD und Vinyl-Hersteller gesteuert, in der Distribution wird die Versorgung der drei europäischen Lager sowie der Landesgesellschaften und Lizenznehmern außerhalb von Europa mit Ware sichergestellt. 

Beim Peak-Management sind transparente Prozesse und ein gutes Team entscheidend. Es gibt Peaks, die nicht vorhersehbar sind. Beispielsweise, bei geheimen Musikreleases, die dann mit relativ kurzem Planungsvorlauf und einer hohen Geheimhaltungsstufe gemanagt werden.

Heiner Kleinekathöfer
Geschäftsführer European Services - Arvato Supply Chain Solutions

Tonträger sind gefragt

Als zweitgrößter Musik-Major weltweit vereint Sony Music Entertainment erfolgreiche Plattenlabels wie Columbia, Epic und RCA unter einem Dach, die erfolgreiche Künstler wie Justin Timberlake, Beyoncé und Pink repräsentieren. Da traditionell in der Vorweihnachtszeit besonders viele Tonträger verkauft werden, ist bei European Services von Anfang September bis zum Ende des Jahres Hochsaison. „Es gibt aber auch Peaks, die nicht vorhersehbar sind“, sagt Heiner Kleinekathöfer, Geschäftsführer von European Services. „Beispielsweise, bei geheimen Musikreleases, die dann mit relativ kurzem Planungsvorlauf und einer hohen Geheimhaltungsstufe gemanagt werden.“

Mittlerweile spielen auch der Black Friday und die darauf folgende Cyber Monday Woche eine wichtige Rolle in der Veröffentlichungs-Planung. Gleiches gilt für den Record Store Day im April, an dem jedes Jahr spezielle und exklusive Angebote auf den Markt gebracht werden. „Die Vorbereitungen für das Fachhändler-Event sind bereits im Herbst angelaufen“, erklärt Kleinekathöfer „Selbst wenn die Auflagengrößen hier moderater sind, müssen wir uns intensiv mit den Plattenlabels über die Veröffentlichungsplanung abstimmen und brauchen entsprechende Vorlaufzeiten, um auch bei möglichen Komplikationen Engpässe zu vermeiden.“

Präzise Planung für den Erfolg

Albumveröffentlichungen stellen immer wieder neue Herausforderungen dar, da sie von vielen Faktoren beeinflusst sind. Nicht nur, dass die Auflage von den Verkaufserwartungen der jeweiligen Künstler und dem Produkt an sich abhängig ist. Ebenso müssen Social-Media-Nutzung, Streaming-Ergebnisse und Händler-Feedbacks bei der Organisation berücksichtigt werden. „Um diese Peaks zu meistern und den Kunden zufrieden stellen zu können, müssen wir präzise planen und aus unserem Pool von Dienstleistern, die verschiedene Schwerpunkte abdecken, den richtigen Hersteller für die gewünschte Produktausstattung identifizieren“, erläutert Kleinekathöfer weiter. „Dann müssen Waren termingerecht an die benötigten Distributionsstandorte verteilt werden, damit sie wie geplant in den Verkauf gehen können.“

Trotz ausgefeilter Planung kann es in der Supply Chain zu unvorhersehbaren Turbulenzen kommen. Um Ausnahmesituationen erfolgreich auffangen zu können, braucht es neben passenden Tools und Backup-Systemen vor allem Mitarbeiter mit viel Erfahrung und Branchenwissen. Heiner Kleinekathöfer: „Im Fall der Fälle können wir uns immer auf unsere Mitarbeiter verlassen, die die Situation richtig einschätzen und im Einzelfall eine individuelle Lösung finden.“