Geballte Digital-Kompetenz für innovative Lösungen

Arvato Supply Chain Solutions hat seine digitalen Beratungs- und Lösungskompetenzen aus den einzelnen Geschäftsbereichen unter dem Dach der Arvato SCS | DIGITAL konzentriert.

Frank Schirrmeister, CEO, und Boris Scholz, Chief Digital Officer, erläutern im Interview die Zielsetzungen, Perspektiven und Kundenvorteile der neu gegründeten Einheit.

Frank Schirrmeister - CEO Arvato Supply Chain Solutions

Warum wurde Arvato SCS | DIGITAL gegründet?

Frank Schirrmeister: Im Grunde genommen geht es darum, dass durch die Bündelung unserer Kompetenzen und Stärken die vorhandenen Ressourcen des Unternehmens besser genutzt werden können. Von der neuen Organisation profitieren unsere jetzigen und zukünftigen Kunden. Durch die Zusammenführung unserer Entwicklungsteams haben wir eine 300-Personen starke Organisation geschaffen, die digitale Produkte auf höchstem Niveau entwickeln kann. Kombiniert mit unseren auf die unterschiedlichen Industrien ausgerichteten Geschäftseinheiten können wir nun noch bessere Lösungen entwickeln, zugeschnitten auf die Ansprüche und Bedürfnisse unserer Klienten und deren Kunden. Zusätzlich haben wir massiv in die Cloudtechnologie sowie in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern investiert, um ein zukunftsfestes Fundament für die neuen digitalen Kundenangebote zu schaffen.

 

Welche Ansprüche haben Ihre Kunden und wir wollen Sie diese erfüllen?

Frank Schirrmeister: Um künftig im Markt bestehen zu können, ist es für Unternehmen maßgeblich, ihre Lieferketten und die daran anknüpfende Information und Kommunikation zu digitalisieren. Steigende Anforderungen hinsichtlich Transparenz, Lieferfähigkeit und Liefertreue sowie der Wunsch nach individualisierten Produkten oder Leistungen sind heute wesentliche Faktoren, die die Digitalisierung antreiben. Der B2C-Bereich hat hier hohe Erwartungen geschürt, die die Kunden nun zunehmend auch auf das B2B-Umfeld übertragen. Hier sind wir gefordert, denn an der digitalen Supply Chain führt kein Weg vorbei.

Boris Scholz: In allen Branchen rückt der Logistikprozess durch den starken E-Commerce-Trend deutlich mehr in die Kundenwahrnehmung. Es gibt Endkunden, die den Lieferstatus einer Sendung bis zu zehnmal prüfen. Das zeigt, wie sensibel und anspruchsvoll sie sind. Digitalisierungs- und Datenkompetenz sind der Schlüssel, die Logistik viel berechenbarer und damit besser zu machen. Wir arbeiten daran dem Endkunden nicht nur zu sagen, dass die Sendung innerhalb von ein bis zwei Werktagen kommt, sondern ihm genauere Angaben zur Hand zu geben. Wir können ihm zukünftig sagen, dass die Lieferung mit einer Wahrscheinlichkeit von 85% am Folgetag zwischen 9.30 Uhr und 10.30 Uhr ankommt. Wir erhalten jährlich rund eine Milliarde Statusdaten aus den Transportnetzwerken. Wir werden Applikationen und APIs bereitstellen, die auf Basis dieser Daten die Informationen transparent und integrierbar machen – all dies zielt darauf ab ein noch besseres Kundenerlebnis zu gestalten.

Boris Scholz - CDO Arvato Supply Chain Solutions

Welche weiteren Lösungen werden künftig aktiv vorangetrieben?

Boris Scholz: Zum einen stehen digitale Lösungen im Fokus, die die klassische Logistikwertschöpfung gewinnbringend ergänzen. Das beinhaltet zum Beispiel E‑Commerce-Onlineportale für unsere Kunden mit einfach verfügbaren, kundenrelevanten Informationen zu versendeten Artikeln, sogenannten Instore Apps zur Unterstützung von Omnichannel-Prozessen oder innovative Analysefunktionen. Zum anderen geht es darum, digitale Lösungen entlang der klassischen Supply Chain zu implementieren, die die internen Prozesse schneller und effizienter machen. Gleichzeitig erhöhen sich dadurch Transparenz und Servicequalität, wovon unsere Klienten und deren Endkunden profitieren. Beispiele dafür sind Entscheidungshilfen auf Basis Künstlicher Intelligenz und Algorithmen im Lagerbetrieb oder im Bereich der Image Recognition für eine effizientere Retouren-Prüfung und Inventurzählung.

Gibt es schon konkrete Projekte für 2021?

Boris Scholz: Auf jeden Fall. Eines der Projekte ist der sogenannte Retail Guide, mit dem wir unsere Kunden vor Strafzahlungen an große Handelskonzerne oder Marktplätze wie Amazon, die penibel vorgeben, wie Waren anzuliefern sind, schützen wollen. Mit unserer digitalen Lösung erhalten unsere Kunden künftig barrierefreien Zugang zu deren Anlieferrichtlinien und können die Regeln auf einen Blick erfassen, anstatt sich mühsam durch einzelne Felder in SAP arbeiten zu müssen. Ein weiteres Projekt ist die Customer Experience Cloud, die die Kauferfahrung der Endkunden beim Onlineshopping beispielsweise durch einen einfacheren Rückgabeprozess oder eine transparentere Geldrückerstattung optimieren soll – ein Feature, das klar auf die Erhöhung der Kundenzufriedenheit abzielt und damit die Wiederkaufquote steigern soll. Es ist das erste Mal, dass wir so ein eigenes digitales Produkt erstellen und dieses nahtlos in unsere Wertschöpfung integrieren. Zeitgleich führen wir rund 35 bestehende Lösungen weiter und identifizieren permanent neue, vielversprechende Konzepte – das ist bei dem derzeitigen Zusammenwachsen der Organisation zwar eine große Herausforderung, aber eine, die uns enorm anspornt und motiviert.

Wie ist die neue Digitaleinheit organisiert?

Frank Schirrmeister: Bei der Gründung haben wir uns ganz bewusst gegen traditionelle Muster entschieden und stattdessen auf selbstorganisierte Teams und eigenverantwortliches Arbeiten gesetzt. Die Prozesse laufen nicht von oben nach unten ab, sondern horizontal. In jedem unserer Industriesegmente gibt es dazu Digital Officer, die die einzelnen Bereiche praktisch verzahnen und die digitale Roadmap für diesen Bereich definieren. Ihre Aufgabe besteht darin, die Teams so effektiv zu unterstützen, dass sie schnell erfolgreich arbeiten können und dafür das notwendige Rüstzeug an die Hand gegeben bekommen.

Boris Scholz: Im Wesentlichen besteht Arvato SCS | DIGITAL aus den fünf Modulen Client Solutions, Consulting, Data Intelligence, Delivery und Change Management, die eng verzahnt ineinandergreifen. Dazu haben wir für eine klare Fokussierung die Aufgaben von Konzeption und Delivery grundsätzlich getrennt: Während neue Konzepte, Lösungen und Services in den Bereichen Client Solutions und Solution Design entwickelt werden, erfolgt die eigentliche Umsetzung und Bereitstellung dann durch die Delivery-Einheit. Wir haben die Fachspezialisten zudem von Aufgaben wie Mitarbeiterführung befreit, damit sie sich voll ganz auf Innovationen und die Entwicklung digitaler Produkte konzentrieren können.